Die Frage kommt erst auf der Autobahn, kurz hinter der letzten Ausfahrt mit Handyempfang: „Warum spielt die Box nicht?“ Oder im Ferienhaus, wo das WLAN-Passwort auf einem Zettel steht, den es nicht mehr gibt. Ob eine Kinder-Musikbox ohne Internet läuft, hängt vom Bauprinzip ab. Dahinter steckt eine zweite Frage, die noch seltener gestellt wird: Was läuft, wenn nicht das WLAN fehlt, sondern der Hersteller? Beides klären wir hier, dazu die zwei Arten von Mikrofon und die Sache mit der App. (Die vier Bauarten im Überblick: Musikbox für Kinder – welche ist die richtige?)
Musikbox für Kinder – welche ist die richtige für mich?
Kurz gesagt: Alles, was auf einer Speicherkarte liegt, spielt ohne WLAN. Alles, was aus der Cloud kommt, spielt nur, wenn es vorher heruntergeladen wurde. Und alles, was gestreamt wird, spielt gar nicht. Welche Box zu welcher Gruppe gehört, verrät das Bauprinzip – nicht der Preis.
Figuren- und Kartenboxen lösen das Problem so: Die Figur oder Karte ist nur ein Schlüssel; die Inhalte werden beim ersten Aufstellen auf die Box heruntergeladen. Danach spielen sie auch ohne WLAN – solange die Box sie nicht wegen Platzmangels durch neuere Inhalte ersetzt hat. Dann braucht es wieder Netz.
Reine Streaming-Inhalte, etwa bei der Tigerbox, oder – auch bei hörbert die Internet-Radiostreams – können ohne Internetverbindung nicht abgespielt werden. Bei hörbert werden solche Inhalte einfach übersprungen, und Inhalte von der Speicherkarte (Musik und Hörspiele, sowie heruntergeladene Podcast-Episoden) ganz normal wiedergegeben.
Was einmal auf der Box ist, spielt bei fast jedem Hersteller auch ohne WLAN – da unterscheiden sich die Boxen kaum. Der Unterschied zeigt sich, wenn etwas Neues auf die Box soll, und zwar dort, wo gerade kein Netz ist. Figuren-, Streaming- und Sprachassistenten-Boxen holen Neues aus der Cloud. hörbert hat einen anderen Weg: Er nimmt auf. Vier Arten.
Mit hörbert: Tasten drücken, sprechen, fertig. Omas Geschichte, das erste Lied des Kindes, oder einfach kreativen Quatsch: Die Aufnahme liegt sofort auf der Speicherkarte, ohne App, ohne Upload, ohne dass sie das Haus verlässt. Boxen mit Figuren oder Abonnements schicken die Aufnahme über die App und den Server des Herstellers auf das Gerät
Die Kindersendung läuft samstags um sieben, das Kind ist da noch nicht wach. Zeichne mit hörbert die Sendung auf, und sie wartet auf ihrer Taste, um später offline abgespielt zu werden: Im Auto oder bei Oma. Radio aufnehmen kann nicht jede Musikbox für Kinder.
Zu Hause im WLAN holt hörbert die neuen Folgen der abonnierten Podcasts von selbst auf die Karte. Unterwegs spielen sie ohne Verbindung. Streamingboxen brauchen für Podcasts das Netz zum Abspielen; die anderen Bauarten können Podcasts meist gar nicht.
Was gerade vom Handy auf hörbert läuft (z.B. ein Lied, ein Hörspiel aus der Mediathek, oder jede Musik, die das Handy abspielen kann), kann hörbert als Datei aufzeichnen und später ohne Handy abspielen. Für den privaten Gebrauch in der Familie ist das erlaubt, so wie früher der Kassettenmitschnitt aus dem Radio. Bei Kinderboxen, die an den Inhalten verdienen, ist das nicht vorgesehen.
Die zweite Frage ist seltener, aber weitreichender: Was macht die Box am Tag, nachdem der Hersteller seine Server abschaltet – weil er das Produkt einstellt, übernommen wird, gehackt wurde oder insolvent ist? Das ist keine Frage nach dem Ruf einer Firma, sondern nach der Architektur. Alles, was Inhalte oder Freischaltungen aus der Cloud bezieht, hängt an dieser Cloud. Alles, was lokal auf einer Karte liegt, hängt an gar nichts.
Dass das keine Theorie ist, zeigt der amerikanische Spielzeughersteller Anki. Die Firma stellte 2019 den Betrieb ein, nachdem eine Finanzierungsrunde geplatzt war; die Rechte an Robotern und Rennbahn übernahm später ein anderer Anbieter. Für die Kinderzimmer half das wenig: Der Roboter Vector brauchte Server, um zu funktionieren – und die wurden 2023 ohne Vorwarnung abgeschaltet. Die Rennbahn Overdrive fährt technisch noch, aber die Original-App verschwand aus den App Stores; wer sie heute nutzen will, braucht eine kostenpflichtige Ersatz-App, und die gespeicherten Spielstände sind weg. Kein einziges Gerät war kaputt. Sie brauchten nur einen Hersteller, den es nicht mehr gab.
Eine Box, die auch ohne uns funktioniert, war für uns eine bewusste Entscheidung. Deshalb sind bei hörbert sogar die Funktionen der Internet-Radiosuche und der Podcast-Suche optional. Selbst ohne Serverzugang kannst du noch Radiosender und Podcasts in deine Playlists eintragen.
Wenn Du keine Online-Funktionen nutzen willst, kannst Du bei hörbert sogar Bluetooth und WLAN komplett abschalten.
Fast alle Boxen brauchen eine App und eine Internet-Seite zum Einrichten, User-Account erstellen, Anmelden, zum Laden von Inhalten, zum Abschließen eines Abos oder für weitere Einstellungen. Das ist bequem, bis es das nicht mehr ist: Jede App muss gepflegt werden, und irgendwann läuft die neue Version nicht mehr auf dem alten Telefon, was besonders ärgerlich für Menschen ist, die ihre vertrauten Geräte gern lange benutzen. Und wenn der Hersteller die App einstellt, ist die Box nicht kaputt, aber unbedienbar, wenn keine Alternative angeboten wird.
Es geht auch ohne App: hörbert spannt zum Einrichten ein eigenes WLAN auf: Du verbindest dein Handy, Tablet oder deinen Computer damit, öffnest den Browser, und hörbert zeigt dir seine Bedienoberfläche. Dort nimmst du alle Einstellungen vor, spielst Musik und Hörspiele auf und richtest Radiosender oder Podcasts ein. Ein Browser läuft auf jedem Gerät, das du in zehn Jahren haben wirst. Internet braucht hörbert dafür nicht, weil hörbert das Netz selbst aufspannt.
Die Speicherkartenbox aus Holz, Made in Germany. Neun Tasten, eigene Hörspiele, Mikrofon, kein Abo, keine App. Akkus aus dem Supermarkt, Ersatzteile im Shop.
ab 269€ inkl. MwSt.
Oder lies weiter – unten steht, warum das Mikrofon von hörbert nur zuhört, wenn du es willst.
Ein Mikrofon, das aufnimmt, wenn man eine Taste drückt, und ein Mikrofon, das permanent auf ein Aktivierungswort wartet, sind technisch zwei verschiedene Dinge. Das erste ist ein Kassettenrekorder: Es ist aus, bis dein Kind es einschaltet, und was es aufnimmt, bleibt im Gerät. Das zweite ist ein Sprachassistent: Es hört im Ruhezustand dauerhaft mit, um das Aktivierungswort zu erkennen, und was danach gesagt wird, geht zur Verarbeitung ins Netz. Ob du das im Kinderzimmer möchtest, ist keine Frage der Technik, sondern eine der Haltung.
hörbert hat ein Mikrofon der ersten Art: Es nimmt Dich auf, wenn Du die Aufnahmetaste drückst, und sonst nie. Die Aufnahmen verlassen das Gerät nicht, weil sie direkt auf die Speicherkarte geschrieben werden, von wo Du sie selbst kopieren kannst, wenn Du möchtest.
Musikboxen mit Speicherkarte, wie hörbert eine ist.
Sie brauchen weder zum Einrichten noch zum Abspielen eine Verbindung. hörbert läuft ohne WLAN, ohne App und ohne Account; WLAN ist nur für Internetradio und Podcasts nötig.
Ja. hörbert spannt ein eigenes WLAN auf, du verbindest dich mit dem Handy oder Tablet, und bespielst ihn im Browser. Und wir bieten natürlich auch komplette Speicherkarten zum Kauf an, wenn Du so gar keine Lust auf Selberbespielen hast.
Ja, über Bluetooth, für bis zu zwei Kopfhörer gleichzeitig. Einen Kabelanschluss für Kopfhörer hat hörbert wegen der Strangulationsgefahr bei Kleinkindern bewusst nicht.
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